Coach für gelebte Vielfalt

Islamische Gemeinde • 26. September 2016

Die islamische Gemeinde Röhlinghausen nahm mit ihrem Imam (Ibrahim Nazik) und Jugendleiter (Tuncay Nazik) an dem Ausbildungsprogramm Coach für gelebte Vielfalt zur Prävention von sozialer Ausgrenzung und religiöser Radikalisierung von Jugendlichen teil. Der Zertifikatskurs wurde von der IFAK (Verein für multikulturelle Kinder- und Jugendhilfe - Migrationsarbeit) im Rahmen des Projekts #Selam – Gemeinsam stark im Pott angeboten. Er umfasste 120 Unterrichtsstunden und fand von März bis September 2016 in vier Modulen statt. Insgesamt haben 16 Personen teilgenommen. Das Programm wurde im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie Leben! organisiert und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

Seit einigen Jahren ist in Deutschland und anderen Ländern eine islamistische Radikalisierung von Jugendlichen zu verzeichnen. Die Ereignisse von Paris, Istanbul oder Brüssel zeigen, dass die Radikalisierten auch zu Terrorakten in Europa bereit sind. Pädagogen sind daher beunruhigt und teilweise überfordert.

Der Kurs setzt hier an und möchte helfen, das Wissen über islamische Strömungen auf- oder auszubauen, die Arbeit mit Jugendlichen zu reflektieren, die Sensibilität für soziale Ausgrenzung und Islamfeindlichkeit zu steigern und Handlungssicherheit beim Umgang mit potentiellen Radikalisierungstendenzen unter den Jugendlichen zu erlangen. "Deshalb habe ich auch als Imam an dem Kurs teilgenommen. Mit dem Wissen und den Methoden, die wir bisher angewandt haben, können wir das Problem nicht lösen. Es ist wichtig, dass Verantwortliche, Imame oder Ehrenamtliche sich mit dieser Thematik beschäftigen. Ich konnte von den Referenten, aber auch von den Teilnehmern, sehr viel lernen. Es war eine sehr gemischte Gruppe, Mitglieder unterschiedlicher Religionen und Weltanschauungen. Wir haben hier unser Leitbild der gelebten Vielfalt in der Tat gelebt", so Imam Ibrahim Nazik.

Der Jugendleiter der Gemeinde, Tuncay Nazik, reflektiert den Kurs ebenso positiv: "Gott sei Dank haben wir in der Gemeinde bisher keine radikalisierte Jugendliche gehabt. Aber wir möchten ja auch in erster Linie vorbeugen. Wir haben uns jetzt zum Coach ausbilden lassen. Damit fängt das eigentliche Vorhaben aber erst an. Wir werden als islamische Gemeinde gemeinsam mit den katholischen und evangelischen Gemeinden und mit einer Schule aus Bochum 40 Jugendliche aussuchen und unser Wissen und unsere Erfahrungen im Rahmen einer Juleica-Schulung an sie weitergeben (halloherne berichtete). Im Rahmen dieser Ausbildung sollen Vorurteile abgebaut und mehr Sensibilität vermittelt werden. Ich möchte mich auch für das Engagement der Organisatoren der IFAK bedanken, die die Sache nicht nur als Job sondern als Herzenzsache betrachtet und uns wie eine Familie aufgenommen haben."

Piotr Suder, Bildungsreferent und Mitorganisator zum Kurs: "Ich denke, unsere Teilnehmer wurden durch die interdisziplinären Inputs, die unterschiedlichen Trainings und vor allem durch den intensiven Austausch untereinander gut für die Ausbildung von Jugendlichen vorbereitet. Ich bin sehr gespannt wie sich das weiterentwickeln wird.“

Quelle: halloherne "Gegen Ausgrenzung und Radikalisierung"

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Am 18.12.2025 fand im Rahmen eines IHA-Seminars an der Neurochirurgischen Klinik des Knappschaft Kliniken Universitätsklinikums Bochum eine Veranstaltung zur Organspende statt. Organisiert wurde das Seminar von Univ.-Prof. Dr. Mortimer Gierthmühlen, stellvertretender Klinikdirektor der Neurochirurgischen Klinik, gemeinsam mit Dr. Benedikt Anders. Einen Beitrag aus religiös-ethischer Perspektive leistete Tuncay Nazik von der Islamischen Gemeinde Herne-Röhlinghausen. Dabei wurde dargelegt, dass die heute vorherrschende Auffassung der muslimischen Gelehrsamkeit Organspende unter klaren Voraussetzungen nicht nur als erlaubt, sondern als empfehlenswert einordnet, sofern sie freiwillig erfolgt, dem Lebensschutz dient und frei von kommerziellen Interessen ist. Das Seminar richtete sich an Studierende der Medizin und verfolgte das Ziel, medizinische, ethische und religiöse Aspekte der Organspende sachlich einzuordnen und für die ärztliche Praxis verständlich zu machen.
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17.12.2025, Recklinghausen - Anlässlich der von den Schüler:innen der Wolfgang-Borchert-Gesamtschule organisierten Projekttage, fand am Mittwochmorgen eine Podiumsdiskussion zum Thema „Nie wieder heißt nie wieder?! - Antimuslimischer Rassismus und Antisemitismus“ statt. Diskussionspartner:innen waren Herr Vogel vom Aktuellen Forum, Tuncay Nazik von der Islamischen Gemeinde Röhlinghausen und Schüler:innen.
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